Miteinander statt gegeneinander
Miteinander statt gegeneinander
Respektvoller Umgang miteinander macht die Vereine stark
Konflikte sind in vielen Bereichen und Lebenslagen möglich und gefährden hin und wieder die konstruktive Ausübung eines Ehrenamtes. Wo Menschen miteinander zu tun haben, ist die Gefahr, dass es „menschelt“ groß. Respekt dem anderen gegenüber kann leicht verlorengehen und nur wer sich anderen gegenüber respektvoll verhält, kann erwarten, dass diesem auch selbst Respekt entgegengebracht wird. Einer muss jedoch damit anfangen.
Vorbildfunktion gilt immer: Den Kindern Vorbild sein, fängt schon sehr früh an und die Eltern sind hier oft sehr gefordert. „Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns eh alles nach“ ist ein alt bekanntes Zitat von Karl Valentin (1982-1948).
Wenn Medien ein schlechtes Vorbild sind: Manche Medien nutzen Einzelschicksale für Quote und Auflage, ohne das Leid und die Ängste der Leute zu respektieren. Dabei wird den Medienkonsumenten vermittelt: Respekt ist nicht notwendig. Das ist wahrhaft kein gutes Beispiel für den Umgang von Mitmenschen.
Egoismus hilft nicht weiter: Wer mit Egoismus und Ellbogen einsetzen sowie Kameraden schlecht machen vorankommt, wird andere schwer von einem „Umgang miteinander“ überzeugen können.
Rahmenbedingungen schaffen
Ein respektvoller Umgang erfordert sachliche und respektvolle Dialoge miteinander. Wenn Unwahrheiten veröffentlicht werden oder getrickst wird um an Ziele zu kommen, können sachliche Informationen nicht ankommen und Missverständnisse und Konflikte sind vorprogrammiert. Vereine sind große Familien, in denen es Regeln braucht und ein gemeinsames Selbstverständnis für ein funktionierendes Miteinander.
- Respektvoll Gespräche führen
- Dem Gesprächspartner die ganze Aufmerksamkeit widmen und in die Augen schauen
- Konzentrieren auf das, was für das Gespräch wichtig ist und keine Ablenkung durch das Handy zulassen
- Offen und ehrlich im eigenen Stil Gespräche führen und dem Gesprächspartner aufmerksam zuhören
- Fakten und Argumente benennen, Beispiele offenlegen und Belege transparent machen
- Fehler zugeben und um Entschuldigung bitten, wenn es angebracht ist
- Verständnis zeigen für die Haltung des Gesprächspartners (muss kein Einverständnis bedeuten)
- Respekt zeigen, indem man genau zuhört und den anderen aussprechen lässt.
- Sich in die Sichtweise des Gesprächspartners hineinversetzen, seine Gefühle akzeptieren
- Grundlagen für ein Gespräch überdenken: Was soll erreicht werden?
- Lösungen suchen
- Sachliche Lösungen suchen und Ruhe bewahren.
- Ergebnisse dokumentieren über Art der Entscheidung. Dadurch werden alle Meinungen respektiert.
- Erfolg ist es für einen Verein, wenn Konflikte gelöst werden und nicht nach außen gelangen
- Situationen ändern - Konflikte bewältigen
Eigene Unzufriedenheit wirkt sich oft auf die Mitmenschen aus – jeder ist sein eigener Chef. Wer frustriert, genervt und überfordert ist, soll sich um Hilfe bemühen è Es gibt immer einen Weg.
Bei Meinungsverschiedenheiten gilt es, die Ansichten der anderen zu respektieren. Man muss deshalb die Meinung seines Gegenübers nicht vertreten oder übernehmen.
Dinge, die außerhalb der eigenen Macht nicht änderbar sind, kosten weniger Zeit, Energie und Nerven, wenn sie einfach akzeptiert werden. Dazu zählen Schicksalsschläge und Naturgewalten sowie das Verhalten und Zurückweisungen anderer Menschen.
Die eigene Selbstwirksamkeit schafft Einfluss auf die Umgebung. Alles, was dem inneren Frieden im Wege steht, stauen Ärger und Groll an und Verständnis und Nächstenliebe werden weniger. Gefühle und die Einstellung zu sich und die anderen schaffen durch positive Meinungen eine gute Zusammenarbeit.
Ist Stress zu bewältigen, sind die Reaktionen in Konflikt-Situationen oft unvorhersehbar. Der eine tendiert dazu, seinen Mitmenschen Vorwürfe an den Kopf zu werfen oder zu schweigen, der andere kommuniziert offen und ehrlich. Den Umgang mit Stress und eine transparente Kommunikation kann man lernen, wenn man sich der Situation bewusst ist und der eigene Wille für eine Lösung da ist.
Gefühle beherrschen die Situation, wenn Wut vorherrscht und keine anderen Emotionen zulässt. Empathie und Verständnis füreinander werden vergessen. Wut, Unzufriedenheit, Schweigen und Streit sind keine guten Voraussetzungen, wenn es gilt, Konflikte zu lösen.
Um Miteinander klar zu kommen, muss man nicht einer Meinung sein. Man muss Respekt füreinander haben.
Regeln für einen respektvollen Umgang
- Höflichkeit: Grüßen, Bitte und Danke sind eine Selbstverständlichkeit im Wortschatz. Ein altes Sprichwort sagt: „So wie man in den Wald hineinschreit, kommt es wieder zurück“.
- Kameradschaft: Auch wenn es verlockend ist – Geläster und Gerüchte schaden dem respektvollen Umgang mit Leuten und schaden dem guten Klima im Verein.
- Haltung: Ruhe und Fassung zu bewahren, zeigt den Kameraden zu jeder Zeit Respekt. Wer selbst emotional aufgeladen ist, zeigt durch Ruhe und Gelassenheit sein eigene Stärke.
- Verlässlichkeit: Pünktlichkeit ist in der Zusammenarbeit verschiedener Leute sehr wichtig. Fristen einhalten und rechtzeitige Rückmeldungen sowie bei nicht schaffen der Aufgabe nein zu sagen gehören ebenfalls zu Pflichten, wie es keine Schande ist, wenn man jemand um Hilfe bittet.
- Aufmerksamkeit: Beim Tragen helfen oder Türen aufhalten sind Kleinigkeiten, die den Umgang miteinander im Alltag verbessern. Positiv dazu beitragen kann auch, wenn man für die Aufmerksamkeiten der Kameraden mal eine Brotzeit ausgibt.
Tipps für einen respektvollen Umgang:
Den Grund der Unzufriedenheit hinterfragen
Ändern was nicht glücklich macht
Akzeptieren, was nicht zu ändern ist
Die eigene Selbstwirksamkeit stärken
Vor dem Urteilen miteinander sprechen
Gerecht, offen und transparent kommunizieren
Durch ein respektvolles Verhalten von Vereinskameraden werden Meinungsverschiedenheiten friedlich ausdiskutiert und Konflikte entstehen erst gar nicht. Nicht vergessen werden dürfen die vielfältigen Aufgaben in einem Verein, die von Familienmitgliedern und Freunden erledigt werden. Ein „Vergelts Gott“ in der Öffentlichkeit zur rechten Zeit und am rechten Ort ist dabei ebenso wichtig wie eine wertschätzende Geste der Dankbarkeit.
Anna Felbermeir