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Von drauß´ vom Walde kommt er her

Nikolaustag als Tag des bayerischen Brauchtums

Bald beginnt sie wieder, die „staade Zeit“, in der die Kinderaugen zu leuchten beginnen. Den Mythos begleiten drei Gabenbringer, die versuchen, sich gegenseitig den Rang abzulaufen. Aktionen wie die „weihnachtsmannfreie Zone“ oder „rettet das Christkind“ zeigen den Zwiespalt, in dem sich mancher befindet. Die „Hexenjagd“ auf den kommerziellen Weihnachtsmann ist wieder einmal eröffnet.

„Doch mit der reinen Verteufelung macht man es sich zu leicht“. Auch der Weihnachtsmann hat seine Berechtigung – jedoch nicht in unserem Kulturkreis.“

Doch woher kommen die Gabenbringer? Alles begann mit dem katholischen Heiligen Nikolaus. In ihm ist ein gleichnamiger Bischof von Myra, gestorben am 06. Dezember 343 nach Christus und Abt Nikolaus von Sion vereint. Die Legenden um den Heiligen sind zahlreich und oftmals tritt er als selbstloser Schenker den Armen und Notleidenden gegenüber auf. Nachdem er den Bruder des byzantinischen Kaiser im 11. Jahrhundert wundersam heilte, war sein Siegeszug gewiss und so wurde er bis heute einer der populärsten Heiligen. Er gilt als Patron der Kinder, der Schüler, der jungen Mädchen die sich Männer, und der jungen Frauen, die sich Kinder wünschen. Er ist Nothelfer der Gebärenden, Schutzherr der Seeleute, der Kaufleute, der Müller, der Bäcker und Metzger, der Schneider und Weber, der Fährleute, Flößer und Schiffbauer, der Reisenden, selbst der Gefangenen, der Advokaten, der Notare, der Pfandleiher, der Küfner, der Wein- und Kornhändler und der Eigentümer. Sogar von Bettlern und Dieben wurde er als Patron angefleht.

Als im 10. Jahrhundert die Kunde vom heiligen Nikolaus nach Deutschland kam, vermischte sie sich mit den noch lebendigen heidnischen Bräuchen und der Heilige bekam zahlreiche Begleiter: Knecht Ruprecht, Krampus oder der Rheinländer Michl, um nur einige zu nennen.

Zu einer Zeit weitab von „Gameboy“ und „Barbie“ brachte der fleißige Gabenbringer den Kindern an seinem Todestag als Belohnung für die guten Taten während des Jahres Geschenke in Form von Äpfeln, Nüssen, Mandarinen oder anderem Knabberzeug.

Doch dann kam der religiöse und politische Wandel. Mit Martin Luther verlor in der Reformzeit die Nikolausverehrung in den protestantischen Gegenden an Bedeutung, obwohl noch 1535 der Nikolaus in der Familie Luther bescherte.

Die Heiligenverehrung wurde verstärkt abgelehnt und Martin Luther wollte dem Gabenbringer etwas entgegensetzen. Fündig wurde er beim „elsässischen Christkind“, das von nun an in der Heiligen Nacht die Geschenke brachte. Dabei ist das Christkind keine Inkarnation Jesu Christi, wie oftmals vermutet wird, sondern geht vielmehr auf die Weihnachtsspiele zurück, in denen die Christkinder zur Krippe zogen und dem Jesuskind Geschenke darbrachten. Es wird daher auch traditionell als Mädchen oder als Engel dargestellt.

Dies tat der Popularität des Heiligen in den katholischen ländlichen Gebieten jedoch keinen Abbruch. Noch bis ins 19. Jahrhundert brachte der Hl. Nikolaus die Geschenke. Um ihm nun den letzen Todesstoss zu versetzen und ihn lächerlich zu machen, verpasste man ihm auf Karikaturen eine Art Schlafhaube, ähnlich des „deutschen Michels“ und entfernte die bischöflichen Attribute, die man durch Gabensack und Rute ersetzte.

Dieser „Weihnachtsmann“ wurde bald von heimlichen Fans wie Heinrich Hoffmann von Fallersleben („Morgen kommt der Weihnachtsmann“, 1835) und Malern wie Moritz von Schwind, der den Winter als alten Mann mit Rauschebart darstellt, gefördert.

Zugleich wanderte der Weihnachtsmann durch europäische Einwanderer nach Amerika aus. So wurde aus dem holländischen Sinterklass (Sankt Nikolaus) später Saint Claus und schließlich Santa Claus. Bereits im Struwwelpeter ist dieser Weihnachtsmann dem heutigen Bild sehr ähnlich. Aber als Haddon Sundblom die Attribute – rotes Gewand, Mütze und weißer Bart, sowie eine gewisse Leibesfülle – aufgriff und 1931 für die Coca-Cola-Company zeichnete, wurde sein Aussehen für immer geprägt.

Mit dem „amerikanischen Kommerz“ kam der Weihnachtsmann wieder zurück nach Europa und Deutschland. Von da an haftete ihm das Image eines „ruchlosen Geschäftemachers“ an. Gepuscht durch die Medien vermischte er sich immer mehr mit dem Väterchen Frost der Russen, Father Christmas der Engländer oder Pere Noel der Franzosen.

„In einer globalen und offenen Welt, müssen wir das Dasein aller drei Gabenbringer akzeptieren“. Jedoch sollten wir dabei unsere bayerische Kultur nicht verleugnen. Der Nikolaus gehört nicht – wie inzwischen oft fälschlich verlautbart – nur nach Österreich. Auch in ganz Bayern hat er seine Berechtigung.“

Wer dem echten Heiligen hinter dem Weihnachtsmann begegnen möchte, sollte sich zurück auf die Spur des Heiligen Nikolaus machen. In zahlreichen Geschäften werden wieder „echte Nikoläuse“ angeboten. „Dabei müssen diese nicht mehr kosten“, wie das Beispiel einer großen Großhandelskette zeigt. Wir als Verbraucher sind gefordert, durch unser Kaufverhalten dem Nikolaus wieder zu seinem Platz in den Regalen zu verhelfen.

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