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Bayerischer Trachtenverband > Sachausschüsse > Laienspiel, Mundart und Brauchtum > Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt


Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt

Faltblatt zum Thema Kräuterbuschen

"Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so der ganze Herbst sein mag"

Diesen und noch viele andere Weissagungssprüche gibt es zu finden, wenn man sich mit dem Thema "Maria Himmelfahrt" und mit dem unweigerlich damit verbundenen Kräuterbuschenbinden auseinander setzt.

Die Zusammenstellung eines Kräuterbuschen ist sehr unterschiedlich. Von Region zu Region wird dies verschieden gehandhabt. Aber eines ist mir immer deutlicher geworden, egal ob sie nun Kräuterbüschl oder Würzbüschl genannt werden, ob sie nun 7, 9, 12 oder gar 77 Kräuter beinhalten, ob sie mit farbigen Bändern zusammen gebunden werden, oder von Gräsern umsponnen. Die Anfertigung und vor allem die Suche nach den verwendeten Pflanzen ist mit viel Magie, Glaube oder aber auch Aberglauben verbunden.

Bei all den Gesprächen, die ich geführt habe und all den gelesenen Büchern, war immer eines sicher: Die Königskerze, auch Himmelsbrand genannt, muss bei jedem Strauß aus der Mitte herausragen.

Bereits beim Binden der Buschen werden viele Wünsche, Hoffnungen, Befürchtungen mit eingebracht. Denn man weiß ja zu diesem Tag noch nicht, für was die Heilkräfte verwendet werden im Laufe des Jahres. Wird man damit ein Krankenzimmer ausräuchern müssen, sollen sie einem vor einem großen Unwetter beschützen, braucht man sie um Unheil in Stall und Feld abzuwehren, geht mit ihnen ein langersehnter Kinderwunsch in Erfüllung und und und.

Mit Hilfe einer Freundin bin ich gerade dabei ein Faltblatt über dieses Thema zusammen zustellen. Vielleicht kann man ja damit einigen Menschen den Anstoß geben sich wieder um den "hohen Frauentag", wie er auch genannt wird, zu bemühen und ihn wieder bewusster wahr zunehmen.

Im Rahmen unserer Erkundigungen sind wir auf Doktor Günter Fleischmann, einem Apotheker aus Bad Aibling, gestoßen. Herr Fleischmann hat sich auf heimische Heilkräuter spezialisiert. Er führt interessierte Menschen durch die Kräuterwelt und erläutert dabei ihre Wirkungen und ihren Ursprung. Besonders aber interessiert er sich für die althergebrachten, umgangssprachlichen Bezeichnungen.

Da es leider gerade bei uns im Oberbayrischen keine Schriftstücke gibt, die die volkstümlichen Benennungen von Kräutern festhält, arbeitet er an einer Dokumentation. Nun mein Aufruf: Wer kennt noch die alten Namen wie z. B. Buschwindröschen = Hemadstanzal oder Johanniskraut = Fraugraut? Dann bitte meldet euch bei Dr. Fleischmann, Kur-Apotheke Bad Aibling. E-Mail www.kur-apotheke-bad-aibling.de.

Vui Erfolg und Ruhe beim Kräutersammeln wünscht eich Roswitha Strauß

Bitte klicken Sie die Bilder für eine größere Ansicht an.

Baldrian

Dost

Goldrute

Kamille

Königskerze

Mädesüß

Schafgarbe

Johanniskraut
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