Zu wenig Besucher auf der Oidn Wiesn?

06.05.2018 12:17 von Hans Menzinger

Einer heutigen Veröffentlichung in Münchner Zeitungen antwortet der Festring München mit deren Präsidenten Karl-Heinz Knoll wie folgt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne informiere ich den Münchner Merkur über einige Tatsachen. Die Wiesn 2017 war besser besucht als das Fest 2016. 2016 war für die Wiesn ein sehr bescheidenes Jahr. Der Amoklauf und die gestiegene Terror-Angst, sowie das neue Sicherheitskonzept, hielten viele Besucher ab. Vergleicht man 2017 mit 2015 so wird man einen Rückgang von mehr als 10% feststellen. 2017 bezeichnete man als gemütliche Wiesn, bei der man problemlos Platz bekam und kaum ein Bierzelt wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Die Verwaltung meldet für die Oide Wiesn 2017 482994 Besucher von denen jeder 3,–€ Eintritt bezahlt hat. Im Gegensatz zu den Schätzungen der Besucher des Oktoberfestes sind die Besucher der Oidn Wiesn durch die Eintrittsgelder konkret nachvollziehbar.

Leider erwähnt auch die Verwaltung nie, dass Kinder bis 14 Jahren freien Eintritt haben. Viele Kinder-Gärten besuchen am Vormittag die Oide Wiesn und staunen im Museums-Zelt über die Exponate und freuen sich an den verschieden Möglichkeiten der kindgerechten Unterhaltung. Wenn ich davon ausgehe, dass 20 bis 30% der Besucher Kinder sind, dann deckt die Oide Wiesn ca. 10 % aller Besucher ab. Viele kommen übrigens nur noch wegen der Oidn Wiesn. Die Verwaltung kassiert nicht nur bisher die Eintritts-Gelder, sie verlangt auch von den Zelten Miete. Ca. 250 000,–€ Standgebühr kommen allein vom Traditionszelt in die Kassen der Stadt. Auch das Herzkasperl und die Schöne Münchnerin zahlen Gebühren.

Dass die Stadtverwaltung alarmiert ist, wundert mich sehr. Der Programm-Aufwand in den Zelten Tradition, Herzkasperl und Schöne Münchnerin ist natürlich viel aufwendiger und teurer als in den normalen Wiesn-Zelten. Diese Kosten werden von den Wirten getragen. Die Zelte der Oidn Wiesn haben keine Garten-Heizung, keine Markisen und sind somit von dem kalten und regnerischen Wetter 2017 voll getroffen worden.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man bei ca. 600 000 Besucher (incl.Kinder) der Oidn Wiesn nicht von ausgehendem Schwung reden kann. Das kulturelle Programm der Oidn Wiesn ist ein Beitrag, Bayern in Tradition und Moderne darzustellen. Alt und Jung schätzen die Gemütlichkeit. Vielleicht könnte der Merkur einmal ein Bild unseres Kinderwagen-Parkplatzes zeigen, der 2018 überdacht wird und eine Möglichkeit zum Versperren der Kinderwägen haben wird. Im Traditionszelt gibt es extra für Kinder gedachte Bereiche (Limo-Brunnen, Kinder-Toiletten etc.). Schade, dass die Kinder immer unerwähnt bleiben.

Erfunden hat die Oide Wiesn übrigens nicht die Stadtverwaltung, sondern ein gemeinnütziger Verein, der sich heute noch um einen großen Teil des Programms kümmert. Dieser Verein organisiert auch unentgeltlich für die Stadt den Trachten-und Schützenzug und den Wirte-Einzug.

Der Trachtenverband und der Musikbund von Ober- und Niederbayern schätzten die Oide Wiesn als Ort der Möglichkeit das Können seiner Mitglieder, einem breiten Publikum nahezubringen. In der normalen Gastronomie sind die Brauchtumsvereine ja nicht so gerne gesehen, obwohl zwischenzeitlich manche wieder die Tradition und das Brauchtum entdecken. Vielleicht ist das zum Teil auch ein Verdienst der Oidn Wiesn.

Mit freundlichen Grüßen

Festring München e.V.
Karl-Heinz Knoll
Präsident

www.festring.de

Zurück