Steinebach weiht Keltenpavillion ein

31.07.2012 10:21 von Hans Menzinger

Magister Magnus Kaindl bewertet archäologische Funde in seiner Magisterarbeit

Gut 2000 Jahre ist es her, da lebten die Kelten auf dem Hügel über Wörthsee, nun haben sie - etwas tiefer - vor dem Wörthseer Rathaus wieder eine Heimat gefunden. Möglich gemacht haben dies vor allem die Organisatorinnen des Projektes "Keltenpavillon", das am Freitag Nachmittag mit der Einweihung des Ausstellungspavillons seinen Abschluß fand.

Dr. Monika Ofer, Martina Jursch vom Trachtenverein Steinebach und Christel Muggenthal hatten das Ausstellungskonzept entwickelt und sich für die Finanzierung eingesetzt. So flossen hohe Zuschüsse vom Projekt Archäologie und Ehrenamt und die Gemeinde übernahm einen großen Teil der Baukosten. Aber auch private Sponsoren, örtliche Handwerksbetriebe, der Heimatverein, die Bürgerstiftung der VR-Bank und die Kreissparkasse trugen mit ihren Spenden dazu bei, dass das Projekt so schnell fertig gestellt werden konnte.

Im Rahmen einer feierlichen Einweihung wurden jetzt die Stoffbahnen entfernt und die Gestalter der Ausstellung, der Archäologe Magnus Kaindl vom Trachtenverein Dießen und Hans-Peter Volpert, erläuterten den Gästen die vier liebevoll gestalteten Ausstellungsfenster, die zum Teil mit aufwändig hergestellten Duplikaten von Funden aus Ausgrabungen in Wörthsee bestückt sind. Bevor allerdings der Vorhang gelüftet wurde begrüßte Bürgermeister Flach nicht nur die Gäste, sondern erklärte auch, dass das kleine Museumsprojekt der Gemeinde von Anfang an am Herzen lag. Als Verteterin des Projektes "Archäologie und Ehrenamt" freute sich Frau Dr. Sabine Mayer vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege über die zeitnahe und optisch gelungene Umsetzung der kleinen Museumseinheit. Mitorganisatorin Christel Muggenthal berichtete anschließend, wie sie vor rund 10 Jahren zusammen mit der Wörthseer Historikerin Dr. Monika Ofer begann, im Frühjahr und Herbst im Süden von Steinebach nach historischen "Überbleibseln" zu suchen und wie sie damals lernte, "Steinchen von Tonnscherben zu unterscheiden".

Diese Funde verwendete auch Magnus Kaindl im Jahr 2009 als Basis für seine Magisterarbeit und führte dabei den Nachweis, dass es in der Steinebacher Keltensiedlung sogar eine eigene Münzprägung und Glasherstellung gab. "Nach der großen Resonanz auf die anschließende Ausstellung im Winter 2011 wäre es einfach schade gewesen, wenn die Tafeln und Funde wieder im Keller gelandet wären und so entstand bei den Organisatorinnen die Idee einer Dauerausstellung, die jetzt realisiert werden konnte" so Christel Muggenthal. Sie freute sich dabei auch über das große Interesse und die zahlreichen Gäste, die unter strahlendem Sommerhimmel bei Kaffee, Getränken, Brot und Käse und den Klängen der Blaskapelle Wörthsee feierten.

Quelle: www.woerthsee.de

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