„Die Jugend ist der Mittelpunkt“

08.03.2018 19:44 von Hans Menzinger

Trachtenjugend des Bayerischen Waldgaus tagte in Grafenwiesen – Andrea Hofmann neue Jugend-Schriftführerin – begeisternder Vortrag zum Thema „Kinder- und Jugendinklusion“

Zum wiederholten Male gab sich der Bayerische Waldgau der Heimat-, Kultur- und Volkstrachtenvereine ein Stelldichein in der Regentalgemeinde Grafenwiesen. Ein schönes Bild ergab sich am Samstagnachmittag in der Aula der Montessori-Schule, als sich die in ihre Trachten gekleideten Vertreter der Trachtenjugend zur Jahreshauptversammlung trafen.

Das seit einiger Zeit vakante Amt der Jugend-Schriftführerin konnte dabei mit Andrea Hofmann besetzt werden. Für den dadurch frei gewordenen Posten der Jugendleiterin des Bezirks Kötzting-Cham ließ sich die stellvertretende Gaujugendleiterin, Petra Eggersdorfer, kommissarisch in die Pflicht nehmen.

Neben umfangreichen Berichten und einer Terminvorschau galt das Interesse der mehr als 40 Versammelten dem Inklusions-Vortrag von Markus Botschafter von der Lebenshilfe Regen e.V.

Die stellvertretende Vorsitzende des gastgebenden Heimat- und Volkstrachtenvereins „Regentaler“ Grafenwiesen, Elfriede Späth, hieß die Vorstandschaft der Gautrachtenjugend, den ersten Vorsitzenden des Bayerischen Waldgaus, Andreas Tax, sowie die Jugendleiter aus 20 Vereinen mit dem Trachtlergruß „Grüß Gott“ herzlich willkommen. Bürgermeister Josef Dachs stellte in seinem Grußwort die immense Bedeutung der Jugendarbeit in den Vereinen, sowohl für die Jugendlichen selbst als auch für das zwischenmenschliche Zusammenleben heraus.

Waldgau-Vorsitzender Andreas Tax bedankte sich bei der Jugend für ihren „unermüdlichen Einsatz in der Trachtenbewegung“. Egal, wohin er komme, ob zu einer Tanzveranstaltung, zu einem Adventssingen, zu einer Festivität: „Die Jugend ist überall der Mittelpunkt“, stellte ein sichtlich stolzer Waldgau-Chef fest. Als geradezu „herzzerreißend“ beschrieb er das Engagement, mit welchem die Kinder und Jugendlichen bei der Sache seien und lobte im gleichen Atemzug die Gaujugendvorstandschaft sowie die Vereinsjugendleiter. „Arbeiten und Zusammenhalten müssen wir im Gau alle miteinander, damit wir auch miteinander wirken können“, schwor Tax die Jugendvertreter ein.

Nachdem die bisherige Trachtenjugendschriftführerin Franziska Amberger ihr Amt aus privaten Gründen aufgegeben hatte, war insoweit eine Nachwahl erforderlich. Andrea Hofmann aus Bischofsmais bekundete unter der Voraussetzung, dass jemand ihren Posten als Jugendleiterin für den Bezirk Kötzting/Cham übernimmt, ihre diesbezügliche Bereitschaft. Nach kurzer Beratung erklärte die stellvertretende Gaujugendleiterin Petra Eggersdorfer ihr Einverständnis, den Bezirk bis auf weiteres kommissarisch zu führen. Einstimmig zur neuen Jugend-Schriftführerin wurde Andrea Hofmann gewählt.

Bezüglich der Jugenderhebung/BTV-Förderantrag informierte Petra Eggersdorfer darüber, dass das bisherige Programm beibehalten werde. Um ab 2018 in den Genuss der entsprechenden Förderungen gelangen zu können, müsse jeder qualifizierte Jugendleiter, wie die stellvertretende Gaujugendleiterin nachdrücklich betonte, die Jugendleiter/in-Card „Juleica“ erwerben bzw. verlängern lassen.

Aus den Berichten:Eine große Spannbreite an Einsätzen bzw. Tätigkeiten zeigten die Jahresberichte des Gaujugendleiters und der Bezirksjugendleiterinnen auf. Neben zahlreichen Tagungen, Stammtischen, Festbesuchen und Tanzveranstaltungen hob Marco Peschl besonders die 2017 erfolgte Gründung einer Gaujugendgruppe hervor, die am 1. September letzten Jahres ihre erste Tanzprobe absolvierte und die beim Ehrenamtstag am 17. September 2017 ihren Premiereneinsatz verbuchte. „Um mehr an die Jugendlichen heranzukommen“, gibt es seit 5. April letzten Jahres eine eigene Gaujugend-Facebookseite, die hinsichtlich Terminen und Informationen ständig aktualisiert wird. Zu einem Beitritt in die neue Gaujugendgruppe sind laut Peschl jederzeit Jugendliche ab 14 Jahren willkommen. Zu Kennenlerntagen hatte sich die Gruppe am 25.und 26. November getroffen und dabei musiziert, getanzt und gespielt. Engagieren will sich die Gruppe in diesem Jahr nach derzeitiger Planung beim Volkstanztreffen, beim Drumherum und der Ostbayernschau. Außerdem ist das Betreiben eines eigenen Standes bei Weihnachtsmärkten, nach Möglichkeit jedes Jahr in einem anderen Ort, sowie das Erstellen eines Kalenders angedacht. Die Organisation eines „Trachtlerballes für Jung und Alt“ sei von den Jugendlichen außerdem ins Gespräch gebracht worden. Als „großes Ziel“ der Gaujugendgruppe nannte Peschl die „Repräsentation des Waldgaus“ auf der Grünen Woche in Berlin. Die nächste Tanzprobe der Gaujugendgruppe ist am 21. April in Patersdorf.

Hinsichtlich des Bezirks Kötzting/Cham informierte Andrea Hofmann darüber, dass von 13 eingegliederten Vereinen derzeit 10 aktiv seien. In jährlich vier bis fünf Jugendleiterstammtischen tausche man sich untereinander aus. Ein „schöner Bezirksjugendtag“ fand im Mai letzten Jahres in Hohenwarth statt. Vertreten war man bei den Holzhausener Jugendtagen. Schön wäre es, so Hofmann, wenn sich auch Jugendliche aus dem Bezirk Kötzting/Cham zu einem Beitritt in die neue Gaujugendgruppe entschließen könnten.

Kerstin Bindl, Jugendleiterin des Bezirks Straubing-Bogen, stellte heraus, dass – da im Landkreis Straubing-Bogen gleich zwei Trachtengaue präsent sind – sogenannte „Arge/Bezirks-Treffen“ abgehalten werden. Erst vor wenigen Tagen hatten Arge und Bezirk eine gemeinsame Wanderung unternommen. Im Juni war ein Bezirks-Spielenachmittag in Bogen arrangiert worden und am 18. August traten Jugendliche des Bezirks beim Gaubodenfest auf.

Für den Bezirk Freyung-Grafenau gab Astrid Penn Auskunft. Die Jugendleiterin, die am 24.November 2017 mit dem Jugendpreis des Kreisjugendrings Regen ausgezeichnet worden war, berichtete, dass nunmehr auch in ihrem Bezirk Jugendleiterstammtische eingeführt worden seien. Der nächste werde am 12. Mai in Frauenau abgehalten. Sämtliche Bezirksjugendleiterinnen waren bei einer Vielzahl von Sitzungen, Tanzproben und Festivitäten präsent. Aufgrund eines Unfalls der Jugend-Kassiererin musste eine Kassenprüfung unterbleiben. Bis zur Frühjahrsgauversammlung soll diese nachgeholt werden.

Wichtige Termine gab Marco Peschl bekannt:

Am 28. Juli findet in Lam eine Mitarbeiterbildung zum Thema Kräuter mit Referentin Eva Pöschl statt. In zwei Teilen steht in Abtschlag eine Jugendleitergrundschulung an (1. Teil vom 14. bis 16. September, 2. Teil vom 5. bis 7. Oktober). Am Pfingstsonntag (20. Mai) ist das „Drumherum“ in Regen. Gerne wäre der Waldgau auch wieder bei der Ostbayernschau vertreten. Vom 23. bis 26. August stehen die Holzhausener Jugendtage an. Die Anmeldungen bei der Bayerischen Trachtenjugend müssen bis 31. Mai vorliegen. Auf 21. April wurde die Gaujugendwanderung der drei Gaue mit Ziel Landshuter Haus terminiert. Der Bezirksjugendtag für Freyung/Grafenau steht am 8. April in Frauenau an. Am 17. Juni tagt die Bezirksjugend Kötzting/Cham im Seepark in Arrach und am 30. September ist die Bezirksjugend Straubing/Bogen an der Reihe. Offen ist derzeit der Bezirk Regen, da es insoweit noch an einer Bezirksleitung fehlt.

Markus Botschafter erhielt Gelegenheit, das vor drei Jahren gestartete Projekt „Inklusive Kinder- und Jugendarbeit“ der Lebenshilfe Regen e.V. vorzustellen. Als „Bindeglied“ zwischen Kindern, Eltern und Vereinen bzw. Organisationen wolle man sich verstanden wissen. Inklusion heiße wörtlich übersetzt „Zugehörigkeit und als „gelungen“ werde Inklusion dann angesehen, wenn jeder Mensch –mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein könne.

Gerade Kindern und Jugendlichen mit Behinderung solle es ermöglicht werden, in ihrem heimatlichen Umfeld, entsprechend ihren individuellen Interessen und Neigungen, an verschiedensten Freizeitangeboten teilnehmen zu können. „Türen sollen geöffnet und Barrieren abgebaut werden“, um eine Freizeitgestaltung vor Ort zu ermöglichen, wobei als potentielle Anbieter im Grunde alle Vereine, Organisationen wie die Feuerwehr, Ferienfreizeitprogramme in den Gemeinden, kirchliche Freizeitangebote etc. in Frage kommen.

Für seinen mitreißenden Vortrag wurde der Referent von der Versammlung mit viel Applaus und von Gaujugendleiter Peschl mit einem kleinen Präsent belohnt.

 

(Fotos und Bericht: Andrea Gmeinwieser)

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