Begeisterte Tänzer beim Zwiefachen-Tanzabend

05.11.2017 14:22 von Hans Menzinger

Leider waren nur wenige Tanzfreudige der Einladung des Trachtengaus Niederbayern zum Zwiefachen-Tanzabend in den gemütlichen Saal des Landgasthauses Schedlbauer in Denkzell gefolgt. Diese erlebten dafür einen einmaligen Tanzabend.
Im Jahre 2016 wurde der „Zwiefache“ ins Bundesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das Kulturreferat des Bezirks Niederbayern hatte dazu aufgerufen dies mit einem Festival rund um den Zwiefachen zu feiern. Diese Aufforderung nahm der Sachausschuss Volkslied und Volksmusik des Trachtengaus Niederbayern zum Anlass ein Tanzfest nur für den Zwiefachen zu veranstalten. „Zwiefach tanzn, spuin und singa“ war dabei das Motto dieses besonderen Abends.
Der Chor des Heimat- und Volkstrachtenvereins „Osterglocke“ Bogen stimmte mit zwei gesungenen Zwiefachen auf den besonderen Abend ein, bevor die „Brandlberger Tanzlmusi“, unter der musikalischen Leitung von Sascha Helmbrecht, zur Freude der begeisterten Tanzpaare den ganzen Abend ohne Pause, gut abgestimmt und virtuos, einen Zwiefachen nach dem anderen erklingen ließ. Sachausschussvorsitzender Hans Schedlbauer fungierte als Tanzmeister und erklärte in einem kurzen Tanzkurs den Grundaufbau des Zwiefachen. Die Besonderheit des Zwiefachen ist der reizvolle Wechsel zwischen Zweiviertel- und Dreivierteltakt. Dabei gibt es unzählige, teilweise auch „vareckte“ Variationen und sogar „Trifache“. Zu den meisten Zwiefachen gibt es auch entsprechende Liedtexte. Schedlbauer stellte einige dieser Texte vor und gemeinsam wurde der eine oder andere Zwiefache gesungen. Diese Liedtexte fungierten häufig auch als Hilfestellung für die Tänzer um den Wechsel der Taktarten und damit auch des Tanzschrittes leichter zu erkennen. Bemerkenswert bei den Zwiefachen sind auch die Namen der einzelnen Tänze. Manche Tänze, wie der „Schellneuner“, „Eichelober“ oder der „Herzsiebner“, sind dabei nach den Karten eines Kartenspiels benannt, andere Tänze, wie „D Sau“, „Da Schaufestui“ oder „D Ochsn“ verweisen auf ein bäuerliches Arbeitsumfeld. Viele tragen aber auch phantasievolle Namen, wie „Da Hopfavogl“, „Da Dafeide“, „36er“ oder auch „De warm Dosn“. Nach dem Tanzkurs stellten auch die etwas schwierigeren Zwiefachen für die Tänzer kein Problem mehr dar.
Der rundum gelungene Abend fand mit dem gemeinsam gesungenen Danklied: „I bedank mi bei de Spuileit“ um Mitternacht seinen frohen Abschluss. Alle Beteiligten waren sich einig, dass so eine besondere Veranstaltung unbedingt wiederholt werden muss.

Michaela Ludwig

 

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