Sebastian verteidigt bairische Traditionen

28.07.2012 20:14 von Hans Menzinger

Sebastian ist 9 Jahre alt und seit vier Jahren zusammen mit seiner Schwester Katharina Mitglied der Trachtenjugend Menzing. Natürlich ist er begeisterter Schuhplattler und Volkstänzer und vor zwei Jahren hat er bei einer Jugendfreizeit seine Leidenschaft zur Steyrischen Harmonika entdeckt. Beim letzten Gaupreisplattln erreichte er in seiner Altersgruppe den 1. Platz und durfte deshalb mit zum Bayerischen Löwen fahren, wo er den 2. Platz in seiner Alterklasse erreichte. Als es am letzten Tag vor den Faschingsferien Zwischenzeugnisse gab, staunten allerdings auch seine Eltern nicht schlecht über die Bemerkung der Lehrerin: “Sebastian ist ein sehr heimatverbundener Schüler, der stolz auf seine Traditionen ist und keine Scheu hat, diese vor der Klasse zu verteidigen.“

Ja, er steht zu seiner Heimat und ihren Traditionen, der kleine Sebastian und er lässt sich so leicht nicht aus der Ruhe bringen. Leider gibt es aber viele Kinder, die mit der Kritik ihrer Mitschüler nicht so leicht fertig werden und dann lieber der Heimatsache den Rücken kehren, als den Hänseleien der Mitschüler stand zu halten. Sebastians Mutter sieht das so: „Ich find es schad, dass ein für uns normales Verhalten und Bewusstsein für die Heimat fast schon exotisch ist. Sebastian kämpft in der Schule gegen mehr Vorurteile, als Schüler, deren Familien von weit her kommen.“

Und was sagt die Bayerische Verfassung dazu?

In Artikel 131, Ziele der Bildung, Absatz 3 ist zu lesen:“Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen.“ Da muss die Frage schon erlaubt sein, in wie weit sich hier die Realität in den Schulen noch mit unserer Verfassung in Einklang bringen lässt.

Der kleine Sebastian jedenfalls ist mit der bayerischen Verfassung konform und ist auch bereit, sich gegen alle Widerstände seiner Mitschüler für seine Heimat und deren Traditionen einzusetzen. Wünschenswert wäre natürlich, dass alle unsere Kinder und Jugendlichen das Kreuz dazu hätten. Es muss künftig verstärkt die Aufgabe unserer Jugendleiter und Vorstände sein, hier die Augen offen zu halten und durch ständigen Kontakt mit Erziehern in den Kindergärten, Lehrern und Eltern eine positive Wirkung in allen Erziehungsbereichen zu fordern und zu fördern.

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