Bettelhochzeit in Söllhuben: ein Dorf steht Kopf

09.02.2020 17:32 von Anton Hötzelsperger

Ganz Söllhuben war auf den Beinen und stand Kopf, als der örtliche Trachtenverein „D´Hochlandler“ zur heurigen Bettelhochzeit einlud. Lisbert Vollinger und Odlgundis Furzner sagten sich zwar auf dem Misthaufen das „Ja-Wort“ und schworen „ewige Treue“ – doch schon die Hindernisse und Eskapaden bei Tageslicht ließen schon befürchten, dass die Ehe nicht bis zum Anbruch des nächsten Tageslichtes halten wird. Die „Braut“ ist ziemlich groß und maskulin, der Bräutigam wesentlich kleiner. Schönheit ist keine Bedingung für eine Bettelhochzeit. Auf dem Misthaufen werden die beiden bis zum Aschermittwoch „verheiratet“. Ein Hochzeitszug mit geschmückten Wagen führte durch Söllhuben zum Standesamt. Es war ein stattlicher Hochzeitszug mit Hochzeitskutsche, Kammertwagen mit der Mitgift der Braut sowie der ganzen narrischen Hochzeitsgesellschaft und einigen Hundert Zuschauern. Die Garderobe für die Hochzeitsgesellschaft auch heute dem Anlaß gemäß sehr festlich „schwarz/weiß.“ Hochzeitslader war Simandl Gscheidmayer, der Grattler von Parnsberg. Eines ist sicher: der Trachtenverein, die Wildenwarter und Söllhubener Musikanten, die Progoder, die Ehrleute, die Hochzeitsleute und alle, die im Wege oder am Wegrand standen, sie alle hatten eine Menge Gaudi. So fand ein Faschingstreiben statt, bei dem die Gäste nach der Hochzeit noch ausgelassen auf das Brautpaar anstoßen können, gemäß dem Motto „Vivat das elende Brautpaar!“ Natürlich fand auch noch ein „Jungfrauenlauf“ statt. Von dieser Freude mögen diese Bilder von der Söllhubener Bettelhochzeit zeugen.

Fotos: Rainer Nitzsche

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