Lindl-Volksmusik-Freuden im Priener Trachtenheim

04.11.2017 18:41 von Anton Hötzelsperger

Seit 50 Jahren gibt es von der Stadt Traunstein den Volksmusikwanderpreis „Traunsteiner Lindl“. Dieser besonders bei der Jugend begehrte Preis steht für echte und unverfälschte Volksmusik und dieser soll auch Ansporn sein, die regionale Musiktradition zu fördern. Beim „Traunsteiner Lindl“ präsentieren sich Solisten und Gruppen einer fachkundigen Beratergruppe, der nächste „Traunsteiner Lindl“ ist am Samstag, 18. November (www.traunsteiner-lindl.de).

Zur guten Tradition gehört es, dass Lindl-Siegergruppen immer wieder zu einem Lindl-Hoagascht einladen, um ihre Freude am Gewinn des Lindl-Preises und an der Volksmusik-Ausübung einem interessierten und dankbaren Publikum zu zeigen. Mit Unterstützung des Priener Trachtenvereins, der sein Trachtenheim zur Verfügung stellte und alle Mitwirkenden frei verpflegte, lud das Schindelberg-Trio als einer der jüngsten Gewinner weitere Lindl-Sieger-Gruppen ein. Gemeinsam, bei freiem Eintritt und in fröhlicher Stimmung wurde im voll besetzten Trachtenheim die Volksmusik gepflegt. Marlies Huber und Benedikt Mies vom gastgebenden Schindlberg-Trio führten dabei in lockerer Weise durch das Programm und sie stellten die Mitwirkenden und auch die Gäste vor. Zu den treuen Lindl-Besuchern und Ehrengästen gehörten an diesem Abend unter anderem Musiklehrerin Gabi Reiserer und Claus Pichler, Bürgermeister von Ruhpolding. „Volksmusik kennt keine Grenzen, sie ist landkreis-übergreifend und spricht immer mehr Jugendliche an“ – nach dieser in den letzten 50 Jahren stammenden Erkenntnis aus den Lindl-Wettbewerben waren auch im Priener Trachtenheim Musikanten, Sänger und Zuhörer vom Inntal bis Mühldorf und darüber hinaus beisammen. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Uffinger Ziachmusi, die Kirchleitn-Musi mit Zithervirtuosen Rudi Ritter, die Knopf-Soatn-Musi, die Oimräsalmusi und die drei singenden Bernard-Dirndl. In der Regel kommen die Mitglieder der Gruppen aus verschiedenen Orten und sie haben sich bei den unterschiedlichsten Seminaren und Veranstaltungen getroffenen, kennengelernt und letztlich als Gruppe zusammengefunden. Nicht nur die Instrumental-Musik, auch das Singen ist den Lindl-Gruppen ein hohes Anliegen. Der letzte Absatz des im Priener Trachtenheim gesungenen Gemeinschaftslieds lautete: „A Musi, a Liad, ja des is guad fürs Gmiad / und a Brotzeit dazua, bleima hocka bis in da Fruah“. Damit diese Zeilen nicht umsonst gedichtet und gesungen wurden, ließen sich die jungen Leute nicht zweimal bitten und erfreuten sich in der Vollmondnacht über Mitternacht hinaus an den frischen Klängen ihrer Instrumente.

Fotos: Berger  – Eindrücke vom Lindl-Hoagascht im Priener Trachtenheim

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