Trachtenkulturzentrum kommt gut voran.

09.11.2012 08:42 von Anton Hötzelsperger

Besichtigungsmöglichkeit am kommenden Samstag von 9:30 bis 11:30

Das Trachtenkulturzentrum in Holzhausen bei Landshut nimmt immer konkretere Formen an. Wie Landesvorsitzender Max Bertl, Landeskassier Walter Weinzierl und Archivar Wolfgang Gensberger bei der Jahrestagung des Bayerischen Trachtenverbandes beim Bayerischen Waldgau berichteten, laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Zuletzt waren an den Wochenenden bis zu 40 Leute gleichzeitig im Arbeitseinsatz, um Hand anzulegen.

Was passiert eigentlich in Holzhausen? Schon seit einigen Jahren sind Trachtler und Bauleute am Werk. Zuerst entstand aus dem ehemaligen Pfarrhaus ein Gebäude, das mit der Jugendgeschäftsstelle, Sitzungsraum und Museum mehrfach genutzt werden kann. Diesem Bauabschnitt folgten das Archiv und der Jugendzeltlagerplatz. Den Abschluss des Bauensembles im ehemaligen Vierseithof bilden nunmehr ein Veranstaltungshaus und eine Jugendbildungsstätte. Beide Bauabschnitte sind mit enormen Kosten und Anstrengungen verbunden. Dank vieler Spenden und Zuschüsse konnten die bisherigen Baumaßnahmen unter der architektonischen Leitung von Udo Rieger so erledigt werden, dass es zu keinem finanziellen Abenteuer kam.

Insgesamt wurden bislang für Holzhausen 2,90 Millionen Euro ausgegeben, die Einnahmen durch Förderungen und Spenden betrugen 2,65 Millionen Euro. Nicht unerheblich zu Buche geschlagen haben bisher die Arbeitseigenleistungen von rund 18.000 Stunden. Nur durch die nachgewiesenen Eigenleistungen konnten die entsprechenden Fördergelder abgerufen werden. Finanziell geht es also nach Plan und Wunsch. Und auch die Arbeitseinsätze können sich sehen lassen. Derzeit sind an den Wochenenden immer zwischen 20 und 30 Arbeiter vor Ort, um handwerkliche Leistungen zu erbringen.

Gleichzeitig sind verschiedene Leute mit der Inventarisierung beschäftigt. Drei Leute sind seit dem Inventarkurs mit der Eingabe von Daten verbunden. Momentan erfasst sind 1.346 Druck- und Schriftstücke, 40 Zeichnungen, 227 Bilderserien mit insgesamt 11.000 Bildern, rund 20.000 Modelle von Abzeichen aus genau 1.922 Vereinen, 227 Kleidungsstücke, 25 Fahnen, 140 Fahnenbänder, 219 Einzelteile, so dass sich momentan ein katalogisierter Stand von 4.146 Exponaten ergibt. Archivar Wolfgang Gensberger rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einer Zunahme der Exponate auf bis zu 100.000 Stück. Seit Januar 2012 waren über 30 Trachtler an 94 Tagen mit 1.250 Stunden mit der Archivarbeit ehrenamtlich beschäftigt und die Arbeit geht weiter.

Von den Inhalten und Leistungen innerhalb des Trachtenkulturzentrums überzeugten sich im vergangenen Jahr rund 50 Vereine bzw. Gruppen, die Führungen durch die verschiedenen Abteilungen genossen haben. Für den Museumsbereich wurden heuer 20.000 Euro für Vitrinen und Beleuchtung vom Förderverein bereitgestellt. Zudem wurden noch 39 Original-Zeichnungen von Richard Pietzsch (1867 – 1943) sehr günstig von einer Galerie erworben, diese Bilder waren bislang noch nie öffentlich zugänglich. Immer wieder erhält das Museum bzw. das Archiv Exponate und Schenkungen.

Mehrfach schon von Trachtenvereinen und vom Gauverband aus Nordamerika, zuletzt von einem aufgelösten Münchner Trachtenverein. Von diesem, aber auch von privaten Spendern konnten zuletzt Puppen mit original Münchner Bürgerg‘wand aus der Biedermeier Zeit gefertigt werden. Eifrig genutzt wurde und wir schon der Jugendzeltlagerplatz, dessen Kosten aufgrund der guten Inanspruchnahme gedeckt werden können.

Über die Baufortschritte beim Veranstaltungs- und beim Jugendbildungshaus wird die ordentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins „Haus der bayerischen Trachtenkultur und Trachtengeschichte“ am Samstag, 10. November im Gasthaus Rampl in Hinterskirchen berichten. Beginn ist um 14 Uhr, zuvor ist es von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr möglich, das Trachtenkulturzentrum in Holzhausen zu besichtigen. Fördervereins-Mitglieder können Vereine und Einzelpersonen werden.

2014 sollen die letzten Bauabschnitte in Holzhausen fertig werden, ein Jahr später ist mit der Fertigstellung der Außenanlagen zu rechnen. Peter Eicher, stellvertretender Landesvorsitzender, Vorstand des Gauverbandes I und aktiver Maurer und Mitarbeiter in Holzhausen appellierte bei der Jahrestagung in Bischofsmais an den weiteren Zusammenhalt als er sagte: „Holzhausen ist das Haus von 165.000 Trachtlern, ein jeder Einzelne kann sich auf seine Weise einbringen. Einmal im Jahr nach Holzhausen fahren, das ist nicht zu viel verlangt“.

Ein lobenswertes Beispiel ist in diesem Zusammenhang Trachtenkamerad Sepp Mayerl vom Isargau. Er kann zwar nicht vor Ort mithelfen, aber er finanziert immer wieder Brotzeiten der Bauleute, wenn diese zur Wirtin von Holzhausen gehen. Wer sich schon einmal auf den Weg nach Holzhausen gemacht hat, der wird begeistert sein, was bereits für den Trachtenverband und für die Jugend alles geschaffen worden.

Anmeldungen für Führungen nehmen Wolfgang und Helga Gensberger, Telefon 08741-9252130 entgegen.

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