Gaujugendtag einmal anders

14.10.2012 13:05 von Hans Menzinger

Im zweijährigen Rhythmus treffen sich die Jugendgruppen des Chiemgau Alpenverbands zum Gaujugendtag, der diesmal in Oberwössen stattfand. Über 235 Jugendliche und mehr als 20 Referenten wurden in acht verschiedenen Stationen aktiv.

Basteln: In dieser Abteilung haben die Mädchen Haarnadeln mit selbstgemachten Blumen und Perlen angefertigt und hatten viel Spaß dabei. Außerdem wurden Wachsstöckl verziert. Die selbstgefertigten Kunstwerke durften die Kinder mit nach Hause nehmen.

Plattln, Drahn, Preisrichten: In dieser Gruppe wollten die Jugendlichen die Kriterien des Preisrichtens endlich besser verstehen. Zu diesem Zweck teilten sie sich zuerst in zwei Gruppen auf, zum einen in die Plattl-und-Drah-Gruppe und zum anderen in die Preisrichter-Gruppe. In der ersten Gruppe lernten die Buam durch Vor- und Nachplatteln drei neue Plattler, die Sternpolka, den Schnaklwalzer und den Mooswinkler. Die Dirndln bekamen zur selben Zeit Tipps fürs Drahn und die Bewertungen darüber ausführlich erklärt. In der zweiten Gruppe lernten die Buam etwas über die durchaus interessante Geschichte des Preisrichtens und nach welchen Kriterien bewertet wird. Später plattelten verschiedene Buam vor und die Anderen der Gruppe versuchten sie zu bewerten. Die Ergebnisse waren zum Großteil übereinstimmend. Die Erwartungen der Teilnehmer beider Gruppen, nämlich dass sie die Entscheidungen des Preisrichtens besser verstehen können, wurde laut Aussage aller Jugendlichen sehr gut erfüllt.

Schnitzen: D`Edelweiß werden aus Äigs´n-Hoiz geschnitzt Zum Schnitzen braucht man weiches Holz“, berichtete Adi Köberle, der zusammen mit seiner Frau Antonia den vielen Teilnehmern das Schnitzen zeigte. Der gebürtige Rottauer und seit 1964 in Fridolfing lebende Trachtler Adi hat selbst mit 10 Jahren das Schnitzen angefangen. Gezeigt hat es ihm sein Opa. Seit dieser Zeit schnitzt er täglich – 60 Jahre schon. In seiner Station wurden Edelweiß, Almrausch, Enzian, Musikinstrumente sowie Werkzeuge geschnitzt, die verschiedene Trachtenhüte verzieren werden. Zum Schnitzen dieser Hutverzierungen wird weiches Holz benötigt. Für Edelweiß Holz aus Traubenkirsche (Vogelbeerstaude) in Bayern auch Äigs´n-Hoiz genannt. Traubenkirsche deshalb, weil es nach der Verarbeitung weiß bleibt und sich nicht bräunlich verfärbt. Für Almrausch und alle anderen hölzernen Hutsouvenirs werden Linden- oder Fichtenholz verwendet. Zum Schnitzen benötigt man ein normales Schnitzmesser mit einfacher Klinge. Teilweise werden die Hutverzierungen auch bemalt bzw. mit Metallscharnieren, wie beim Original, verziert. Das Edelweißschnitzen war die Hauptattraktion. Dazu wird ein ca. 20 cm langes, sechseckiges Traubenkirschsteckerl benötigt. An den jeweiligen Ecken von oben bis zum ersten Viertel des „Steckerls“ wird eine durchgehende Einkerbung geschnitzt. Die nächste Reihe wird versetzt geschnitzt. Dann wieder eine Reihe wie die erste. Der obere Rest wird abgeschnitten. Am Stiel werden noch Blätter geschnitzt. Für ein Edelweiß braucht Adi 15 Minuten. Übrigens, Adi kann auch sehr gut sticken. Auf die Frage, ob seine Frau auch schnitzen kann verneinte er dies. Kess fügte eine Teilnehmerin hinzu: “Aber Pflasterbicka wia a oansa“.

Frisieren: Die Jugendlichen teilten sich zuerst in zwei Gruppen auf und wurden dann den verschiedenen Plätzen zugeteilt. Lisi Hilger, Traudi Messerer, Elfriede Entfellner und Marlies Hell leiteten die Gruppen. Die engagierten jungen Mädels wollten lernen wie man gelungene trachtlerische Frisuren zopft, dreht und mit Haarnadeln, Gummis, Haarspray und wenig Aufwand hochsteckt. Mit viel Mühe und Geduld kamen oft kleine Kunstwerke heraus.

Sunsibar: Ein Merkmal dieser Station war die Auswahl von drei verschiedenen Cocktails. Diese „Cocktails“ waren alkoholfreie, sehr zuckerhaltige und bunte Getränke als Alternative für die Jugend. Die zur Auswahl stehenden Zutaten wurden von sogenannten „Barkeepern“ gemischt und geshaked. Die Arbeit musste zügig und trotzdem konzentriert von statten gehen. Die heutigen Cocktails waren glücklicherweise kostenlos. Der normale Preis solcher Getränke kristallisiert sich meist aus dem jeweiligen Mischverhältnissen. Die Cocktails waren zwar nur mit nicht-alkoholischen Säften gemischt aber trotzdem sehr schmackhaft und erfrischend.

Ansagen: Wie man gut und unterhaltsam durch eine Veranstaltung führt, lernten etliche Jugendliche in der Gruppe von Michi Huber. Nachdem sie mit den Grundlagen vertraut gemacht wurden, ging man an die Aufgabe heran, die Abschluss-Präsentation zu moderieren. Hierzu wurden die Teilnehmer und Referenten der anderen Stationen interviewt und ein Programmablauf für die Präsentation erstellt.

In Zusammenarbeit der Stationen Presse, Internet und Fotografieren entstand dieser Bericht.Gründliche Recherchen in Zweier-Gruppen und textliche Gestaltung unter Zeitdruck waren die Herausforderungen für die Teilnehmer. Zusammen mit den ausgewählten und bearbeiteten Fotos wurde der Bericht noch während der Veranstaltung auf die Homepage des Chiemgau Alpenverbands gestellt. Außdem war auch hoher Besuch anwesend: Gau-Ehren-Jugendleiter Jakob Steiner, der 1. Landesjugendvertreter des gesamten Bayerischen Trachtenverbands, Günter Frey, und der Gaujugendleiter vom Gauverband I, Christian Kammerbauer, hatten sich den ganzen Nachmittag Zeit genommen und genossen die entspannte, aber trotzdem konzentrierte Atmosphäre.

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