Einblicke in die Arbeit im Trachtenarchiv

18.08.2012 21:19 von Hans Menzinger

Annamirl Raab, Sachgebietsvorsitzende des Sachgebiets Trachtenpflege/Trachtenforschung hatte die Trachtenpfleger und Interessierte zu Arbeiten im Depot in Holzhausen eingeladen. Zweimal fand dieses Treffen bereits statt – allerdings ohne großen Zuspruch aus den verschiedenen Gauen. Lediglich die Trachtenpflegerin des Gauverbandes Oberpfalz – Gertraud Kerschner – verstärkt durch ihren Ehemann, Gauvorstand Marianne Hinterbrandner und Brauchtumswartin Elfriede Graalheer vom Altbayrisch-Schwäbischen Gauverband und Hilde Dufter, Trachtenwartin und Stellvertreterin von Annamirl Raab vom Chiemgau-Alpenverband und natürlich Annamirl Raab mit Ehemann Max haben sich eingefunden.

Restaurator M. Johannes Bauer erläuterte das fachliche Konzept der Archivierung und die Verwendung von Materialien, die sowohl eine lange Haltbarkeit garantieren und auch einem evtl. Schädlingsbefall entgegenwirken. So war es eine der ersten Aufgaben, Kleiderbügel für das Archiv zu präparieren und damit eine sorgfältige Aufbewahrung von Kleidungsstücken zu gewährleisten. Vor allem für schwere Kleidungsstücke wie Gehröcke, Mäntel u. ä. gibt es im Handel keine passenden Bügel. Prinzipiell gilt: Je breiter die Auflage, desto besser kann das Gewicht des Kleidungsstücks verteilt und eine Schädigung des Textils verhindert werden. Diese Aufgabe übernahmen Marianne Hinterbrandner und Elfriede Graalheer. Annamirl und Max Raab und Hilde Dufter sowie Gertraud Kerschner mit ihrem Mann übernahmen die ersten Archivierungsarbeiten.

Jedes Stück muss analysiert, zugeordnet und in ein Nummernverzeichnis eingetragen werden. Von Wolfgang Gensberger und seiner Frau Helga bestens versorgt verging die Zeit wie im Flug. Aber es war allen Anwesenden auch klar, dass hier noch sehr viel Arbeit wartet. Wichtig ist vor allem auch, die Unterschiede von allerlei „Kruscht“ zu den wirklich archivierungswürdigen Stücken festzustellen. Die gängige Praxis, sämtliches Material von sich auflösenden Trachtenvereinen - darunter z.B. auch ungewaschene (!!) Schultertücher - nach Holzhausen zu bringen, schafft zusätzliche unnütze Arbeit. Hier sollten sich die Vereine im Vorfeld darüber im Klaren sein, was wichtig ist und was nicht. Hilfestellung können hier bereits die Trachtenpfleger der einzelnen Gaue leisten. Interessante Einblicke bieten sich außerdem bereits im Archiv des Trachtenkulturzentrums Holzhausen.

Nachdem vor einiger Zeit die gesamte Sammlung von Druckplatten der Firma Kremhelmer erworben werden konnte, sind jetzt die dienstbaren Geister um und mit Wolfgang Gensberger dabei, diese Druckplatten zu katalogisieren. Mehr als tausend Zeichen aus mehreren Jahrzehnten sind vorhanden. Die in Papiertütchen verpackten Druckplatten werden gereinigt, in Folien verpackt und neu beschriftet. Es ist ein Blick in die Vergangenheit, wenn man die vielen bereits bestückten Schubladen öffnet. Von Museumsexperten wird dem Archiv des Trachtenkulturzentrums höchste Professionalität bescheinigt, auch im Hinblick auf die Ausstattung.

Die Ausstellungsräume im Pfarrhof wurden zwischenzeitlich erweitert und von Wolfgang und Helga Gensberger mit sehenswerten Exponaten ausgestattet. Der nächste Arbeitseinsatz findet am Freitag, den 24. August statt. Arbeit gibt es noch genügend. Mithelfer sind herzlich willkommen.

Ein Bericht von Marianne Hinterbrandner

Zurück