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01.02.2012
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Maria Lichtmess – ein hoher Feiertag im Bauernjahr
München Der Lichtmesstag, 40 Tage nach Weihnachten, also am 2. Februar, hat ein biblisches Ereignis als Festanlass: Weil das mosaische Gesetz vorschrieb, ein neugeborenes Kind innerhalb einer bestimmten Frist in den Tempel zu bringen, folgten - der Tradition nach - auch die Eltern Jesu dieser Vorschrift. Von dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna wird er als der eigentliche Herr des Tempels erkannt und benannt. Dieses biblische Ereignis wurde zu einem christlichen Festanlass. Seit Anfang des 5. Jahrhunderts wurde in Jerusalem dieses Fest am 40. Tag nach der Geburt Jesu gefeiert. In Rom führte man das Fest 650 ein. Kerzenweihe und Lichterprozession kamen erst später hinzu, wodurch sich der Name „Mariä Lichtmess” einbürgerte. Das hatte seinen Grund darin, dass an diesem Tag die für das nächste Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien geweiht wurden, weshalb Wachsmärkte, eben Licht-Messen, durchgeführt wurden. Seit der Liturgiereform wird dieser Tag in der katholischen Kirche wieder als Herrenfest gefeiert und führt den Namen „Darstellung des Herrn”.
Papst Johannes Paul II. hat 1997 das Fest gleichzeitig zum „Tag des geweihten Lebens“ erklärt. Im Mittelpunkt dieses Tages stehen der Dank und das Gebet für die Frauen und Männer, die sich in besonderer Weise dem Herrn widmen, also für Orden, apostolische Gemeinschaften und Jungfrauen.
Zu Mariä Lichtmess kommt noch einmal die weihnachtliche Lichtsymbolik zur Geltung: In der Kirche fand eine Lichterprozession statt und eine Kerzenweihe. Mancherorts wurden die Kerzen unterschieden: weiße Kerzen für Männer, rote für Frauen. Andernorts wurden besonders lange Kerzenstöcke in die Kirche getragen und geweiht, die dann zu Hause zerschnitten und den einzelnen Hausgenossen zugewiesen wurden. Das Licht, eben Christus, holte man so ins Haus und hatte ihn bei gemeinsamem Gebet, bei dem die Kerzen brannten, unter sich. Das galt besonders für das häusliche Rosenkranzgebet, bei Unwettern, bei schwerer Krankheit, Sterben und Tod. An Lichtmess wurden meist auch die Christbäume und Krippen abgebaut.
Der Lichtmesstag hatte vor allem im Bauernjahr eine große Bedeutung. Er galt als Beginn des ländlichen Wirtschaftjahres. An diesem Tag wurden die Dienstleute für das vergangene Jahr entlohnt und hatten meist bis zum Namenstag der Heiligen Agatha am 5. Februar arbeitsfrei, was man in Bayern die Schlenkeltage nannte. Dies war meist der einzige „Urlaub“ im Jahr. Die Knechte und Mägde besuchten ihre Angehörigen und feierten das Wiedersehen mit Umzügen und Festessen. Außer Zahltag war Maria Lichtmess auch der Tag des Dienstbotenwechsels. Den Mägden und Knechten war es freigestellt, an dem Hofe, an dem sie bis zum 2. Februar waren, für ein weiteres Jahr zu bleiben oder sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Wollte der Dienstbote kündigen, so konnte er mit den Worten „Bauer, wir zwei machen Lichtmess“ das Arbeitsverhältnis am Lichtmesstag beenden. Daraufhin wurde der Knecht oder die Magd dann ausgezahlt und erhielt vom Bauern sein „Verdingbuch“, eine Art Zeugnis und Beurteilung über seine Arbeit. Wollte der Bedienstete auf dem Hof bleiben, so wurde - meistens mündlich - ein neuer Vertrag abgeschlossen und der Dienstbote erhielt vom Bauern ein kleines Dinggeld, daher auch der Name „Ding- und Wechseltag“. Für die Bauern begann nach Lichtmess die Feldarbeit, die Weihnachtszeit war offiziell zu Ende.
Für die Handwerker hörte die Arbeit bei Kunstlicht auf, die nach dem Gedenktag des Erzengels Michael am 29. September begonnen hatte. Zur Feier des Tages gaben die Meister den Gesellen und Lehrlingen oft den Nachmittag frei, der so die Bezeichnung Lichtblaumontag erhielt und damit, wie Experten meinen, die sprachliche Vorlage für den berüchtigten „Blauen Montag“ geboten hat.
Eine weitere Bedeutung des Lichtmessdatums im bäuerlichen Kalender war das Ende der Lichtkärz. "Lichtkärz" ist ein oberfränkischer Begriff für Kunkelstube, Spinnstube u.ä.m.. Bei diesem winterlichen Brauch traf sich die weibliche Dorfbevölkerung, um gemeinsam an Handarbeiten zu arbeiten. Ursprünglich diente die Lichtkärz dazu, Licht und Heizmaterial zu sparen. Von den staatlichen und kirchlichen Obrigkeiten waren die Lichtkärz-Abende nicht gern gesehen, da diese Abende meist für damalige Verhältnisse moralisch bedenklich endeten. Zum Treffen der Frauen fanden sich nämlich auch Männer ein und neben Musik, Tanz und Gesang ging die eigentliche Idee des Brauches verloren. Im Jahre 1592 wurde beispielsweise versucht, die Kärz von der Obrigkeit abzuschaffen. Jedoch gelang dies kaum in einer Gemeinde. Allerdings wurden Besuche von jungen Männern auf der Kärz, sowie Tanz und Gesang unter Strafe gestellt.
Die Heilige Maria ist an diesem Tag Patronin der Bandweber, Essigbrauer, Wachs- und Lichterzieher.
Bauernregeln: Ist's zu Lichtmess mild und rein, wirds ein langer Winter sein.
Lichtmess-Sonnenschein - bringt großen Schnee herein.
Scheint zu Lichtmess die Sonne heiß, gibt`s noch sehr viel Schnee und Eis.
Lichtmess trüb ist dem Bauern lieb - ist Lichtmess aber licht, weicht der Winter nicht.
Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit - ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell.
Lichtmess im Klee, Palmsonntag (oder: Ostern) im Schnee.
Weiße Lichtmess - grüne Ostern.
Zu Stephani a Muckngahn, zu Neujahr a Hahnentritt, zu Heilig Drei König a Hirschensprung und zu Maria Lichtmess scho a ganze Stund. (Gemeint ist die Verlängerung der Tage).
An Lichtmess fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an.
Text/Fotos:
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