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01.02.2012
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2012 – ein Schäfflerjahr
München Alle sieben Jahre wird in München seit mindestens 1760 der Schäfflertanz aufgeführt. In diesem Jahr ist der 7-jährige Turnus in den kurfürstlichen Kabinettsrechnungen nachweisbar. Über den Grund für diesen Turnus gibt es verschiedene Vermutungen, die gebräuchlichsten sind:
1. Die Pest soll in früherer Zeit alle sieben Jahre verstärkt aufgetreten sein. Man hat gehofft, durch die Aufführung des Schäfflertanzes in diesem Rhythmus der Pest Einhalt gebieten zu können.
2. Die Zahl sieben gilt in der Mythologie als Glückszahl. Es ist möglich, dass man aus diesem Grunde die Aufführung des Schäfflertanzes alle sieben Jahre wiederholt.
3. In München gab es früher neben dem Schäfflertanz noch mehrere Handwerksbräuche (z. B. den Metzgersprung). Man darf annehmen, dass die Schäffler nach einem bestimmten Zeitplan der Zünfte eingesetzt wurden und dass dieser Zeitplan auch dann beibehalten wurde, als andere Gesellenorganisationen ihre öffentlichen Darbietungen unterließen.
4. Herzog Wilhelm IV gab damals aus Dankbarkeit den Schäfflern das Recht, alle sieben Jahre ihren Tanz aufzuführen.
Mehrmals herrschte in München die Pest, nämlich in den Jahren 1463, 1515 und 1517, und raffte eine ungeheure Anzahl von Bewohnern hinweg. Nach überstandener Pest wurde im Jahre 1517 der Tanz der Schäffler-Gesellen in München zur Aufheiterung der verängstigten Bürger erstmals aufgeführt. Anfangs wurde der Tanz wohl nur in sporadischer Abfolge zur Vorführung gebracht, ab 1760 ist für München der siebenjährige Turnus nachweisbar. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde durch Schäfflergesellen, die auf Berufswanderschaft unterwegs waren, der Schäfflertanz hauptsächlich im südbayerischen Raum verbreitet. In zahlreichen Orten wurde diese Tradition dann von den damals sehr aktiven Turnvereinen übernommen und wird teilweise heute noch weiter gepflegt.
Das Fortführen dieser Tradition ist kein leichtes Unterfangen für den Fachverein der Münchner Schäffler, denn der Beruf des Fassmachers ist in Zeiten des industriell gefertigten Aluminium- und Kunststofffasses weitgehend ausgestorben. Immerhin sind beim Münchner Schäfflertanz rund 40 Mann vom Dreikönigstag bis zum Faschingsdienstag im Dauereinsatz und haben dabei täglich bis zu 10 Auftritte zu absolvieren. Das ist richtig anstrengend und nur dank zahlreicher „Brauchtumsaktivisten“ möglich. Darunter sind auch etliche Trachtenvereinsmitglieder, wie zum Beispiel der 2. Gaujugendleiter des Isargau, Christoph Saur oder auch der Vorplattler des Großhaderner Trachtenvereins „Waldfrieden“, Christian Baumann.
Heuer jedenfalls ist wieder ein Schäfflerjahr und seit dem 6. Januar bis zum Faschingsende treten die Schäffler mehrmals täglich an verschiedenen Orten in München auf, so auch am Freitag den 3. Februar um 19.00 Uhr im alten Dorfkern Obermenzings, auf dem Maisingerhof „Beim Betz“, An der Würm 28,. Der Trachtenverein "D’Würmtaler Menzing e.V." und die Obermenzinger Bürgervereinigung übernehmen gemeinsam die Kosten, Karl Maisinger stellt seinen Hof zur Verfügung.
Text/Fotos:
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Die Münchner Schäffler...
Die Münchner Schäffler...
tanzen vor dem Pasinger Bahnhof
tanzen vor dem Pasinger Bahnhof
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