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19.01.2012

Sebastian – Römischer Hauptmann, Christ und Märtyrer


München Der Vorname Sebastian ist seit dem Mittelalter in Deutschland gebräuchlich und einer der häufigsten Bubennamen im Zeitraum von 1975 bis 1995. Seit Ende der 1990er Jahre lässt die Beliebtheit spürbar nach. Vor 1960 wurde Sebastian in Deutschland nur selten als Vorname vergeben. Am häufigsten findet man den Namen heute noch im südlichen Oberbayern und im westlichen Niederbayern.

Der Name Sebastian ist griechischen Ursprungs; von griechisch sebastos = »erhaben, verehrungswürdig« oder »Mann aus Sebaste«. Er kommt über die latinisierte Wortbildung Sebastianos zu uns.

Der Legende nach war Sebastian Mailänder, möglicherweise aber auch in Narbonne geboren.

Demnach war er zur Zeit von Papst Cajus (+ 296) Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof Diokletians (römischer Kaiser von 284 bis 305, + 312). Er verheimlichte am Hof seinen christlichen Glauben, aber seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen. Er sprach ihnen Mut zu, konnte auch immer weitere Römer bekehren, wirkte Wunder, bekehrte auch römische Adlige und sorgte für die Bestattung der Märtyrer.

Dieser Legende nach ließ Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, diesen an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Sebastian wurde für tot gehalten und am Hinrichtungsort liegen gelassen; aber er war von den Pfeilen nicht getötet worden. Die Witwe des Märtyrers Castulus namens Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhaltten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Hippodrom des Palastes Domus Augustana auf dem Palatin in Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die cloaca maxima, den größter Abwasserkanal, der vom Palatin zum Tiber führte und am Pons Aemilius in den Fluss mündete, werfen. Sebastian (+ um 288) erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn im Coemeterium an der Via Appia, den Katakomben des Sebastian.

Der heilige Sebastian war schon immer ein beliebter Heiliger. Sebastian ist der Schutzheilige gegen die Pest. da man seiner Fürbitte das schnelle Erlöschen der Pest 680 in Rom zusprach, und andere Seuchen, und Beschützer der Brunnen, die er gegen Pestilenzen beschützt.

Sebastian ist auch Patron der Sterbenden, Eisenhändler, Töpfer, Gärtner, Gerber, Bürstenbinder, Stadt-/Gemeindepolizisten, Soldaten und Schützenbruderschaften, Kriegsinvaliden, Eisen- und Zinngießer, Steinmetze, Jäger, Leichenträger, Waldarbeiter. Letztlich ist er auch Patronat gegen Kirchenfeinde.

Auch zahlreiche Bauernregeln beziehen sich auf den Namenstag der Heiligen Sebastian und Fabian am 20. Januar:

An Fabian und Sebastian fängt der rechte Winter an.

An Fabian und Sebastian soll der Saft in die Bäume gahn.

Sturm und Frost an Fabian ist allen Saaten wohlgetan.

Sebastian im Nebelhut, der tut den Pflanzen gar nicht gut.

Sebastian je kälter und heller – dann werden Scheuer und Fässer umso völler.

Sonnenschein um Fabian und Sebastian, der lässt den Tieren das Futter ausgah'n.

Um Fabian und Sebastian, da nimmt auch der Tauber die Taube an.



Text: Hans Menzinger/Fotos: Archiv
St. Stephan Füssen, Hl. Sebastian
St. Stephan Füssen, Hl. Sebastian
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Statistik: www.beliebte-vornamen.de
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