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17.12.2008

Schusterhof in Bergen in Oberbayern eröffnet


Bergen im Chiemgau Andreas Mayer war es, der vor einigen Jahren aus Dankbarkeit über den Verlauf seines Lebens die Entscheidung traf, im elterlichen Hof eine Stätte für die Brauchtumspflege zu errichten. Inmitten seines Vorhabens ereilte ihn auf der Jagd der Tod. Seine Witwe und seine Kinder entschlossen sich, den Traum von der Zirmstiftung weiter zu leben. Peter Mayer fand mit Waggi Rehm aus Garmisch-Partenkirchen einen fundierten Brauchtumskenner, der sich auf ausdrücklichen Wunsch der Familie Mayer in den Stiftungsrat einbrachte. Nunmehr konnte am Festtag des Heiligen Andreas, dem Tag an dem der Gründer der Stiftung hätte Namenstag feiern können, die feierliche Eröffnung stattfinden. Bayerns seit erst vier Wochen im Amt befindlicher Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch nahm sich mehrere Stunden Zeit, um sich über die neue Einrichtung informieren zu lassen. Heubisch, der seit Jahrzehnten mit dem Chiemsee verbunden ist und als Wahl-Chiemgauer den Reichtum der Brauchtumspflege im Chiemgau bestens kennt, dankte der Familie Mayer für die Privat-Initiative und für den Anstoß ohne staatliche Suvention. „Es ist wichtig, dass wir wissen, wer wir sind“, so der Minister, der sich für seine Amtsausführung vorgenommen hat, gemäß der Verfassung eine aktive Kulturpolitik zu betreiben. „Kultur ist ein Markenzeichen, aber auch ein Wirtschaftsfaktor in Bayern, deswegen werde ich bei den kommenden Haushalts-Verhandlungen mit Finanzminister Georg Fahrenschon darauf drängen, dass der heimatlichen Kulturpflege auch im Haushalt entsprechend seiner Bedeutung Rechnung getragen wird“, sagte der Minister. Otto Dufter als Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes zeigte sich stolz ob der neuen Möglichkeiten im Schusterhof. „Traditionen sind in einer immer schnelllebigeren Zeit sehr gefährdet, da gilt es wachsam und aufmerksam zu sein, schließlich liegen Brauch und Missbrauch eng beieinander“, so Otto Dufter. Der in Bayern für fast 1.000 Heimat- und Trachtenvereine verantwortliche und aus dem nahen Unterwössen stammende Otto Dufter bezeichnete das noble Werk der Familie Mayer als bayern- und bundesweit einzigartig und einmalig. Als Geschenk des Bayerischen Trachtenverbandes überreichte Otto Dufter die neue Doppel-Volksmusik-CD, die zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk einen volksmusikalischen Querschnitt aus ganz Bayern hören lässt. Peter Eicher, Gauvorstand des Gauverbandes I, dem auch der Ort und der Trachtenverein von Bergen zugehören, freute sich, dass seine Gau-Verantwortlichen mit einer beständigen und großen Ausstellung über Trachten einen wertvollen Beitrag zum Gelingen des Angebotes im Schusterhaus beitragen konnten. Mit einem Laib Brot und mit Salz wünschte er Peter und Angelika Mayer mit ihren Söhnen Florian, Korbinian und Sebastian viel Freude und Zuspruch in ihrem Schusterhof. Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl, der auch im Namen von Landtagsabgeordneten Klaus Steiner gratulierte und Bergens Bürgermeister Bernd Gietl dankten für die erfahrene Bereicherung der Museums- und Kulturlandschaft in und um Bergen. Ehe sich nach den Grußworten die Ehrengäste auf den Rundgang machten, um sich die Eindrücke der Ausstellung zum Leben des Wastl Fanderl, einem gebürtigen Bergener und zur Schönheit alpenländischer Krippen machten, gab es in der schön ausgebauten Tenne ein gemütliches Beisammensein mit Volksmusik und bayerischer Verköstigung. Angesichts der gelungenen Räumlichkeiten aus Bestandteilen des alten Schusterhofes dankte Peter Mayer den Gauvorständen Peter Eicher vom Gauverband I und Ludwig Entfellner vom Chiemgau-Alpenverband, dass sie mit ihren Handwerksfirmen für solide Arbeitsleistungen sorgten. Den Auftakt des Eröffnungstages bildeten eine Heilige Messe und die Segnung des Hauses. Die Gestaltung übernahmen Stadtpfarrer Rupert Frania aus Bad Tölz und Pater Augustin Butacu aus Bergen, der Familien-Dreigesang Rehm, die Weißachener Soatnmusi sowie junge Musikanten aus Bergen. Die Moderation beim Eröffnungstag übernahm Josef Thalmaier, des weiteren waren die Gebirgsschützen aus Flintsbach präsent, bei denen Peter Mayer Mitglied ist. Beim ersten Rundgang erläuterte Dr. Josef Focht die Zusammenstellung zum Leben von Wastl Fanderl, der als Badersohn, Volksliedsammler und als Gestalter von unvergesslichen Volksmusiksendungen viel für die heimische Volkskultur geleistet hat. Waggi Rehm führte zusammen mit Dekan Konrad Kronast aus Übersee, dem Vorsitzenden des Krippenvereins Inn-Salzach durch verschiedene Krippenräume und –landschaften. Ein spezieller Dank galt diesbezüglich dem Münchner Arzt und Sammler Dr. Franz Eggemann, der für die Stiftung eine große Krippe der Gebrüder Wagner aus Oberammergau und einen einzigartigen Hochzeitswagen mit filigraner Gestaltung und Ausstattung überließ. Der Schusterhof mit seinen Trachten- Fanderl Wastl- und Krippenausstellungen ist bis 11. Januar montags bis sonntags und ab 12 Januar mittwochs bis sonntags jeweils von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.


Weitere Informationen: Angelika Mayer, Tel. 08171-488100


Text/Fotos:
Beim Rundgang Trachtenausstellung
Beim Rundgang Trachtenausstellung
Beim Rundgang Trachtenausstellung

Brot und Salz von Peter Eicher
Brot und Salz von Peter Eicher
Brot und Salz von Peter Eicher

Gauvorstand Peter Eicher
Gauvorstand Peter Eicher
Gauvorstand Peter Eicher

Peter Mayer, Minister Heubisch Frau Mayer und Bgm Gietl
Peter Mayer, Minister Heubisch Frau Mayer und Bgm Gietl
Peter Mayer, Minister Heubisch Frau Mayer und Bgm Gietl

Familie Rehm
Familie Rehm
Familie Rehm

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