Arbeits-, Alltags-
und Festtags-G´wand
Warum nun das Jahr der G´wandkultur? Peter Eicher gibt
gleich selbst die Antwort indem er sagt: „Weil viele nur
die Vereinstracht haben und die wird nur angezogen, wenn der
Verein ruft. Aber die Tracht ist mehr, sie hat sich entwickelt
vom Arbeits- und Alltags- bis zum Festtagsg´wand. Die Tracht
ist nur durch die Trachtenvereine salonfähig geworden, mit
dem Festg´wand kann jeder Trachtler jede noch so hochkarätige
Veranstaltung besuchen“.
Eine große Aufgabe und wichtige
Funktion haben die Trachtenwarte in den Vereinen und Gauverbänden.
Für jeden Anlaß gibt es das richtige G´wand,
da sind nicht nur Vielfalt, sondern manchmal auch Beratungen
gefragt. Man denke nur an Hochzeiten, Familienfest, Kommunion,
Firmung, Freisprechung, Schulabschluss, Jahrgangstreffen, Plattlerprobe,
Ausschuss-Sitzung und weitere Gelegenheiten im Alltag.
Hohe Feiertage,
jeder Sonntag und jede Jahreszeit geben Gelegenheit, ein gutes,
schönes und persönliches Trachten-G´wand anzuziehen.
Sorgfalt sollte auch bei der Haartracht walten, denn diese ziert
nicht nur die Vereinstracht. So passt – zum Beispiel -
eine so genannte Gretlfrisur auch zu einem Dirndlg´wand.
Beachtenswerte Unterschiede gibt es auch bei der Lederhose. „Lederhose
ist nicht gleich Lederhose“ – sagt Peter Eicher.
So unterscheidet sich eine Hirschlederhose mit grüner Blattstickerei
von einer Lapona-Hose, die in erster Linie für aktive Plattler
gedacht ist. Für Peter Eicher und seinen Arbeitskreis ist
es wichtig, dass man vor lauter Kreativität beim Trachteng´wand
nicht abgleitet in Landhausmode, die ihrerseits wieder zu Kitsch
und Krampf (Oktoberfest) führen kann. Das „Jahr der
G´wandkultur“ ist ein Appell an jeden Tracht- und
G´wandträger, sich Gedanken über sein Äusseres
zu machen. Besonders gefordert sind Vereinsvorstände und
Vorstandschaftsmitglieder, denn sie haben eine bedeutende Vorbildfunktion. „Viele
wissen unser G´wand nicht zu schätzen und sie unterschätzen,
dass es was Wertvolles, Zeitloses und Bodenständiges ist.
Tragen wir es deshalb mit Stolz und Selbstbewusstsein zur Freude
der Betrachter, aber auch zur ganz eigenen Freude“, so
Peter Eicher.
Anton Hötzelsperger
Foto/s: Bayerischer Trachtenverband
|