Sante Hans Segen

Zeitlicher Aufwand: groß

Ursprung

In vielen Familien gehörte es am Johannistag dazu, sich die „Johannisminne“ zuzutrinken. Das geschah mit dem an diesem Tag geweihten Johanniswein. Als erster nahm der Vater ein Gläschen zur Hand und trank seiner Frau zu: „ Ich bring Dir den Sante Hans Segen“, sagte er, worauf die Frau das Glas zur Hand nahm und dasselbe sagte. Anschließend tranken sich auch die anderen Familienmitglieder den Sante Hans Segen zu und hofften auf eine glückliche Zukunft.     
Peter Dörfler hat diesen Brauch ihn in seinen „Feiertagsgeschichten“ beschrieben und der Wildpoldsrieder Pfarrer Zick hat ihn  uns ebenfalls aus dem Jahre 1909 überliefert.

Doch das eigentliche Brauchtum ist damit noch nicht zu Ende. Man gab nahm nämlich diesen am 27. Dezember geweihten Wein in eine flache runde Pfanne, gab etwas vom am Vorabend von Dreikönig geweihten Dreikönigssalz und Weihwasser dazu und  stellte das Ganze dann an eine warme Stelle. Mit der Zeit wurde – nach dem Verdampfen der Flüssigkeit – eine Scheibe daraus, die man aus der Pfanne herausnehmen konnte. Diese Scheibe hängte man an den Türpfosten und strich beim Zubettgehen oder beim Aus – dem – Haus - gehen mit dem nassen Finger darüber, um sich anschließend ein Kreuzzeichen zu machen. Schließlich enthielt diese Scheibe ja lauter geweihte Sachen.

Doch auch an die Tieren wurde gedacht. Man bröckelte von dieser Scheibe ab und zu etwas ab und gab es ins Futter für die Tiere. Auch sie sollten ja von diesen geweihten Dingen etwas bekommen, auch ihnen sollte es ja gut gehen, auch sie sollten vor Krankheit und Gefahren beschützt werden – etwas, was sich die Menschen ja auch vom „Sante – Hans - Segen erhofften.!

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