Leonhardifahrt

Personenanzahl: 1 bis beliebig

Zeitlicher Aufwand: wenig

Ursprung

St. Leonhard, im Volksmund ehrenvoll "Bayerischer Herrgott"

genannt, war ursprünglich Patron der Gefangenen und einer

der 14 Nothelfer. Er trat für Gefangene ein und viele sind dadurch, der Überlieferung zufolge, in Freiheit gekommen. Leonhard lebte um das Jahr 500 als Mönch in Frankreich und starb in Noblac bei Limoges als Abt eines Klosters.

Sein Grab wurde zum Walffahrtsort. 1184 wurde in Kreuth die

erste Leonhardikirche des altbayerischen Raumes gegründet.

 

Heutzutage ist Leonhard als Patron des Viehs, insbesondere der Pferde geschätzt und verehrt.

Auch bekannt als Leonhardifahrt, Leonhardiumritt
Kurzbeschreibung

Geschmückte Pferde sowie festlich gebunden oder verzierte

Truhen- oder Tafelwagen ziehen zu einer Leonhardikirche,

nehmen an einem Gottesdienst teil und umreiten bzw. umfahren anschließend dreimal die Kirche und erhalten den

Segen.

 

Der Leonhardiritt wurde in Nußdorf erstmalig im Jahr 1767 abgehalten und zeugt somit von einer langen Tradition im Ort.

Im Jahre 1966 war dieser schöne Brauch in Nußdorf zum

Erliegen gekommen. 1992 wurde auf Initiative von Ortsbäuerin Hilde Oberauer der Leonhardiritt wieder ins Leben gerufen.

Seit 1993 wurde der Umritt dann von den "Rosserer" im Trachtenverein, allen voran Wolfgang Grandauer sen., organisiert. Die Trachtenfrauen von Nußdorf "binden" jedes Jahr in mühevoller Handarbeit einen Leonhardiwagen, entweder den Motivwagen "Kirchwald"  oder einen Kastenwagen, auf dem sie in der Festtracht, dem "Kasettl"

am Leonhardiritt teilnehmen. Als Besonderheit werden in Nußdorf anstelle der Eintrittszeichen jährlich wechselnde Basteleien ausgegeben. Im Jahr 2014 z.B. haben einige Trachtenfrauen über eintausend "Wollstrümpferl" gestrickt. Der Pfarrer reitet traditionell die erste Umrundung selbst mit und steigt dann ab, um die Segnung vorzunehmen. Im Jahr 2005 wurde vom Trachtenverein eine Standarte für die Rosserer angeschafft, die beim Feldgottesdienst vor dem Umritt am 06.11.2005 geweiht wurde. Der Umritt findet traditionsgemäß unabhängig vom jeweiligen Wochentag am 06.November, dem Namenstag des hl. Leonhard statt. Der Feldgottesdienst beginnt um 14.00 Uhr an der Leonhardskirche, anschließend folgt der dreimalige Umritt um die Kirche mit Segnung von Mensch und Tier. Die Rosserer lassen den Tag in geselliger Runde beim "Schneiderwirt" ausklingen.

Inzwischen gehört der "Leonhardi" wieder zu den ganz

besonderen Tagen in Nußdorf, den sich die Dorfleute

freihalten, um am Umritt teilzunehmen.

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