Emmausgang am Ostersonntag

Zeitlicher Aufwand: mittel

Ursprung

Wie heißt es doch im Lukasevangelium Kapitel 24, Vers 18?
„Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld Weges weit; des Name heißt Emmaus. Und sie redeten miteinander von all diesen Geschichten. Und da geschah es, da sie so redeten und  befragten sich miteinander, nahte Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht kannten.“
So steht es im Evangelium. Allerdings – wo sich dieses Emmaus genau befand, wissen wir nicht. Es war – wie Lukas schreibt – „sechzig Feld Wegs“ entfernt, oder – wie es in einer anderen Angabe heißt sechzig Stadien und das sind in etwa 11,5 Kilometer.
Sechzig Stadien, also sechzig mal eine Stadionlänge, sechzig mal eine Laufbahnlänge im alten Stadion des antiken Griechenlands in Olympia, ein Maß, das ursprünglich mit ca 180 m schon im alten  Ägypten verwendet wurde.
Wir können also annehmen, dass diese Angabe stimmt!
Also: Der Gang nach Emmaus, der Spaziergang am Ostermontag!                
Wir kennen ihn ja auch aus der Literatur, aus dem Osterspaziergang in Goethes Faust.
Was hat uns der „Dichterfürst“ zwischen der ersten Zeile (Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…) und der letzten (hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein!) nicht alles erzählt.
An diese Zeilen erinnerte ich mich, als Hans Hölzler von der Kolpingfamilie Weiler vom alljährlichen Brauch des Emmausganges im Westallgäu erzählte. „Bei so herrlichem Frühlingswetter durch die blühende Natur zu gehen, ist ein Genuss“, meinte er „und letztes Jahr hatten wir wirklich Glück.“

Kurzbeschreibung

Auch heuer treffen sie sich wieder, die Mitglieder der Westallgäuer Kolpingfamilien. „Wir machen nämlich jedes Jahr einen Emmausgang“, erzählt Hans Hölzler, „und jedes Jahr führt ihn eine andere Ortsgruppe der Kolpingfamilie durch. Wir freuen uns, dass sich so viele Mitglieder der Kolpingsfamilie daran beteiligen. Als wir hier in  Weiler den Emmausgang organisiert haben, waren z.B. 48 Personen mit dabei. Heuer treffen wir uns in Lindau.“    
Natürlich am Ostermontag, dem 1. 4. um 14 Uhr vor dem Kolpinghaus.
„Diesen Brauch“, so Hans Hölzler, „pflegen wir  nunmehr seit ungefähr 15 Jahren. Nach einer Wanderung zu einer Kirche oder Kapelle halten  wir dort Rast, erfahren Wissenswertes über das Gotteshaus, wie z.B. kulturgeschichtliche Hintergründe und werden dann – nach Möglichkeit von einem Priester - in einer Meditation an den ersten Emmausgang vor 2000 Jahren zurückgeführt.“
Der Tag wird dann durch ein gemütliches Beisammensein im Kolpinghaus der organisierenden Kolpingfamilie beschlossen.
Übrigens: Auch Nicht- Kolpingmitglieder sind herzlich willkommen!

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